Die Macht der Teilchen

Fenster und andere Bauelemente aus folienkaschierten Kunststoffprofilen sind seit mehr als 25 Jahren ein Sinnbild für geringen Wartungsaufwand und Unempfindlichkeit – jedenfalls in gemässigten Klimazonen wie Mitteleuropa. Eine starke und regelmässige Sonneneinstrahlung konnte den beschichteten Profilen bislang jedoch zu schaffen machen. Das ändert sich jetzt durch Pigmente in der PVC-Basisfolie und in den Druckfarben.

In heisseren Klimazonen kann die Temperatur von Kunststoff-Fensterprofilen, die mit dunklen Dekoren beschichtet sind, schon einmal auf über 70°C steigen, so dass die Grenze der Belastbarkeit erreicht ist. Abhilfe schafft die von der RENOLIT Gruppe entwickelte Solar Shield Technology (SST). Hier nutzt das Unternehmen das Reflexionsverhalten von Farbpigmenten, um die Wärmeeinstrahlung über die Folie abzuwehren: „Wir kombinieren IR (Infrarot)-transparente und IR-reflektierende Pigmente. Dadurch reduzieren wir die Wärmebildung im Profil um bis zu 11°C“, erläutert Dr. Dirk Heukelbach, verantwortlich für die Forschung und Entwicklung von RENOLIT Exterior Produkten.

Pigmente reflektieren Infrarotstrahlen
Seit 2008 ist die zweite SST-Generation für RENOLIT MBAS-Folien lieferbar. Extrem widerstandsfähig, bestehen die zweischichtigen Aussenfolien aus einer farbigen PVC-Lage und einer transparenten Schicht aus Polymethylmetacrylat (PMMA). Bei Holzdekoren schliessen die beiden Kunststofflagen noch eine zusätzliche Schicht Druckfarben ein. Während die Pigmente in der Druckfarbe und die PMMA-Schicht durchlässig sind, reflektieren die Pigmente in der eingefärbten PVC-Basis-folie die Infrarotstrahlen. So wirkt die Folie wie ein Schutzschild des PVC-Profils und reduziert die Temperaturdifferenzen zwischen äusserer und innerer Profiloberfläche. Das gesunkene Temperaturniveau entlastet damit sowohl das Profil als auch die Folie samt Kaschierung.

Härtetest in der Wüste
„Den grössten Fortschritt haben wir naturgemäss im Zusammenhang mit dunklen Farbstellungen und Holzdekoren verzeichnet“, fasst Dr. Heukelbach die Resultate aus zahlreichen Bewitterungstests zusammen. Dazu hat das Unternehmen die Sonneneinstrahlung auf RENOLIT MBAS-Folien mit SST unter genormten Laborbedingungen simuliert, aber auch Testobjekte in der Wüste von Arizona der prallen Sonne ausgesetzt. Mit der Folienfarbe Stahlblau erhitzte sich das Profil auf maximal 58°C, andere Farben und Dekore blieben sogar eindeutig darunter. Die grösste Verbesserung erzielte die Farbe Schwarzbraun. Hier sank die Temperatur um rund 11°C, gefolgt von den Holzdekoren Mahagoni mit einem Minus von 9°C und Black Cherry von 7°C. Sowohl bei weissen als auch bei dunklen Profilen sinkt die Erwärmung deutlich.

Verlängerte Lebensdauer
Die Temperatursenkungen wirken sich beim jahrzehntelangen Einsatz an Bauelementen in der Gebäudehülle nachhaltig aus. Schliesslich bleiben die Profile formstabil, so dass Fenster und Türen verlässlich dicht schliessen. Damit leisten sie einen massgeblichen Beitrag zur Energieeffizienz und sind ausserdem langlebig, da die Spezial-Folien den physikalischen und chemischen Alterungsprozess der Kunststoffprofile bremsen. „Die Herstellkosten liegen zwar leicht über den bisherigen, doch der Bauherr erhält durch SST ein erhebliches Plus an Sicherheit“, so Franz-Josef Weber, Verkaufsleiter im Bereich RENOLIT Exterior. Dabei bleibt der Verarbeitungsprozess im Vergleich zu den bekannten Produkten unverändert.

www.renolit.com

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