Neuer Himmel für Basel

Die Organisatoren der diesjährigen Art Basel sind mehr als zufrieden. Mitte Juni trafen sich etwa 60.000 Kunst-Begeisterte zu der inzwischen 39. Ausgabe des internationalen Kunstereignisses von Weltruf. Doch auch ausserhalb der Messe steht Basel in diesem Sommer ganz im Zeichen der Kunst. Teile der Innenstadt überdacht ein Stadthimmel aus Netzvinyl. Er entstand nach Vorlagen internationaler Künstler.

Seinem Ruf als internationale Kunstmetropole macht Basel in diesen Tagen alle Ehre. Noch bis zum 14. September erstreckt sich zwischen den Häuserfassaden der Innenstadt ein partieller künstlicher Stadthimmel aus gespanntem Netzvinyl. Bedruckt mit Werken international renommierter Künstler, verbindet die temporäre Installation den Messeplatz mit dem Centralbahnplatz. Sie führt dabei entlang des 3,2 Kilometer langen Fan-Boulevards für die Fussball-Europameisterschaft: ein aussergewöhnliches Besucherleitsystem nicht nur für die Fussball-Fans, sondern auch für die Besucher der Art Basel. „Der Stadthimmel erschafft neue Horizonte im öffentlichen Raum. Dabei entpuppt sich der Spaziergang unter dem Kunsthimmel mit seinen wechselnden Firmamenten, Lichtverhältnissen und Bildangeboten zum einmaligen Kunsterlebnis“, erklärt Kulturveranstalter Klaus Littmann. Er hatte die Idee zu diesem aufsehenerregenden Kunst-Projekt und realisierte es. Ähnlich wie bei der Deckenmalerei in Sakralbauten verwandelt sich das Firmament über Basel dabei teilweise in eine Kunst-Kathedrale mit neuen Grenzen. Als Vorbild für die neuen Horizonte diente Littmann dabei die Antike, denn Römer spannten schon damals Tücher über Strassen, Plätze und Innenhöfe, um die Bevölkerung vor intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen. Eine Lösung, die heute beispielsweise noch in den Fussgängerzonen Madrids zu finden ist.

Transparenz und Leichtigkeit
Enorm reissfest, überspannen die winddurchlässigen PVC-beschichteten Gittergewebe von Verseidag Indutex die Fahrleitungen der Strassenbahn und der Strassenbeleuchtung. Dabei sind die Himmelsobjekte auf unterschiedlichen Höhen mit variierenden Formen zwischen den Häusern aufgehängt und bilden eine atmosphärisch spannungsvolle und emotionsreiche Bilderwelt. Die Planen verfügen über eine Lichtdurchlässigkeit von rund 50 Prozent. Dies vermittelt einen hohen Grad an Transparenz und erweckt den Eindruck von Leichtigkeit: vorteilhafte Eigenschaften für einen künstlichen Stadthimmel, der sich unterhalb des Firmaments entspannt.

Universum der Kunst
Klaus Littmann, der sich mit innovativen Ausstellungen und künstlerischen Stadtbildern einen Namen gemacht hat, gewann für das grossangelegte Kunst-Projekt neun international bekannte Künstler: Daniel Buren, Renate Buser, Nathan Carter, Subodh Gupta, Hanspeter Hofmann, Peter Kogler, Shuvinai Ashoona/John Noestheden und Katharina Sieverding. Mit unterschiedlichen gestalterischen Mitteln erzählt jeder von ihnen Geschichten aus dem unerschöpflichen Universum der Kunst. Auf die regelmässige Garnstruktur der Planen aufgedruckt, entwickeln die künstlerischen Impressionen dabei eine ungewöhnlich intensive Farbbrillanz. Eine aussergewöhnliche Kulisse nicht nur für die Besucher der Art Basel, die sich nach ihrem Messerundgang durch die Strassen treiben liessen.

www.klauslittmann.com

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