Reissleine nach oben

Skifahrer und Snowboarder, die den ganz speziellen Kick suchen, fahren oft abseits der Pisten. Das Problem: Mit ihren so genannten Freerides können sie in gefährdeten Gebieten Lawinen auslösen und lebensbedrohliche Unfälle provozieren. Der Lawinen-Airbag verbessert in solchen Situationen die Überlebenschancen. Wenn eine niedergehende Lawine Menschen verschüttet, beginnt für die Retter ein Wettlauf gegen die Zeit. Nicht selten sind die Atemwege der Opfer mit Schnee verstopft; ihre Überlebenschancen hängen von einer schnellen Bergung ab. 

Je tiefer sie unter den Schneemassen begraben sind, desto schwieriger wird es, sie rechtzeitig aufzufinden. Der Lawinen-Airbag erhöht die Wahrscheinlichkeit, nicht verschüttet zu werden, zudem bildet der aufgeblasene orangefarbene Ballon eine ideale Markierung für den Körper des Opfers.

Das Prinzip, nach dem der Lawinen-Airbag funktioniert: Er lässt seinen Träger in den Schneemassen sozusagen obenauf schwimmen. Wobei “schwimmen” eigentlich nicht der richtige Ausdruck ist. Die Airbag-Ingenieure haben sich vielmehr eine besondere Eigenart fliessender Massen zunutze gemacht. Lawinen sortieren, während sie sich bergab wälzen, ihre Bestandteile: Sie befördern kleine Brocken nach unten und grosse nach oben. Der Airbag vergrössert gewissermassen seinen Träger und verbessert damit die Chance, an der Oberfläche zu bleiben – ein Grössenunterschied, der Leben retten kann. Das Rettungsgerät ist Teil eines scheinbar gewöhnlichen Rucksacks. Rollt die Gefahr heran, löst der Ski-Fahrer den Airbag mit einer Reissleine aus. Innerhalb von Sekunden schiessen ein Gas-Luft-Gemisch aus einer Druckluftpatrone und Umgebungsluft durch ein Ventilsystem in die Hülle. Sie besteht innen aus PVC und aussen aus Polyamidgewebe. PVC ist das ideale Material für die enormen Belastungen, denen der Airbag durch die Schneemassen ausgesetzt ist: Der Kunststoff ist nicht nur sehr leicht, sondern vor allem besonders reissfest und widerstandsfähig.

Info:
www.abs-lawinenairbag.de

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