Revolution der Sitzkultur

In den 70er Jahren galt er als Protest der Hippie-Generation gegen biedere Elternwohnzimmer. Heute ist der Sitzsack aus PVC-Kunstleder ein etabliertes und viel gefragtes Designobjekt geworden. 

Am Anfang der Geschichte des Sitzsacks stehen die klangvollen Namen einiger italienischer Designer, die aus einer Idee heraus einen völlig neuen Einrichtungsstil schufen: Piero Gatti, Cesare Paolini und Franco Teodoro entwickelten im Jahr 1968 in ihrer Werkstatt das unkonventionelle Möbel und verkauften die Idee an die Mailänder Firma Zanotta.

Für die findigen Möbelhersteller zahlte sich die Erfindung des Sitzsacks aus, denn die Italiener liefern ihr Produkt noch heute in die ganze Welt. Das Modell Sacco, gewissermassen der Ur-Sack, ist längst als Ausstellungsstück im New Yorker Metropolitan Museum of Modern Art zu bewundern.

Ein Klassiker macht Karriere
Sacco inspirierte auch andere internationale Designer dazu, sich mit dem “bean bag”, wie die Engländer ihn liebevoll nennen, zu beschäftigen. Die mit Polystyrol-Kügelchen gefüllten Säcke aus Kunstleder machten als preiswerter und pflegeleichter Sesselersatz zahllose Wohngemeinschaften gemütlicher – und nach einer Party liess sich selbst Rotwein ohne Flecken vom strapazierfähigen PVC entfernen. Anfang der 90er Jahre entdeckten auch Loftbesitzer den Sitzsack als Designobjekt. Längst ist er in den verschiedensten Variationen und Stoffen zu haben – der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Den kuriosesten Entwurf lieferte der Künstler Karim Rashid, der mit Superblob einen riesigen Sitzsack schuf, auf dem gleich fünf Personen Platz finden.

Eines haben alle Knautschsessel gemeinsam: Sie passen sich dem Nutzer ergonomisch an und bieten so die perfekte Sitzposition. “Sie schonen die Wirbelsäule, sind praktisch und dazu noch farbenfroh”, sagt Florian Müller, Mitarbeiter bei Mondogusto. Die Coburger Firma bietet drei Sitzsackmodelle an. Sehr gefragt ist der PVC-beschichtete Fatboy Original, der stolze 380 Liter Inhalt hat und in zwölf Farben erhältlich ist. Besonderer Clou: Der Sack ist 1,80 Meter lang und kann sogar als Gästematratze genutzt werden.

Info:
www.myfatboy.de

 

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