Vom Kunststoff zum Kunstobjekt

Ein Bild über dem Sofa, das ist der Klassiker. Doch Kunst verschönert nicht nur das Wohnzimmer, sondern auch die Aussenwände von Gebäuden. Vorausgesetzt, die Werke sind wetterfest und stabil. Kein Problem, wenn der Künstler das richtige Material verwendet: zum Beispiel Netze aus PVC. 

Mit Kassel verbinden viele Menschen die Documenta – seit 1955 eine der weltweit angesehensten Ausstellungen für zeitgenössische Kunst. Das Kasseler Volkswagen-Werk ist dagegen weniger bekannt; schon gar nicht bei Kunst-Liebhabern. Mit einer Ausnahme: Während der Documenta 11 verwandelte sich die denkmalgeschützte Fassade des Werks in ein Kunstobjekt. Den Mitarbeitern des Autoherstellers bot sich zu dieser Zeit ein ungewöhnlicher Ausblick: Vor ihren Fenstern hingen 285 Porträts.

Bilder von Menschen mit Köpfchen
Zu sehen waren Angestellte der Volkswagen AG, die mit guten Einfällen für das Unternehmen auf sich aufmerksam gemacht hatten. Die Idee, solche Vordenker in Porträtform an den Firmenfenstern zu präsentieren, stammte von einem Volkswagen-Mitarbeiter. Der Vorschlag, die Abbildungen auf PVC-Netze zu drucken, kam von dem renommierten Kölner Fotografen Constantin Meyer, die Umsetzung erfolgte dann über die ortsansässige Kasseler Makom-Unternehmensgruppe: “Man kann auch Materialien wie Seide, Ballontuch oder sogar Teppich mit so genannten Megaprints bedrucken. Doch für Aussenanwendungen kommen in der Regel PVC-beschichtete Gewebe zum Einsatz”, erklärt Frank Heuckeroth, Projektmanager bei Makom. “Denn der Kunststoff eignet sich aufgrund seiner Wetterbeständigkeit und Stabilität besonders gut für Outdoor-Projekte.”

Die Verpackung macht’s
Der digitale Grossflächendruck kam bereits 1993 auf den Markt. Makom ist Pionier dieses effektreichen Mediums. Seither hat das Unternehmen schon zahlreiche bekannte Bauwerke mit grossformatigen Drucken aus Kunststoff verkleidet – etwa das Charlemagne-Gebäude der Europäischen Kommission in Brüssel oder den Warschauer Kulturpalast. Das eindrucksvollste Projekt verwirklichte Makom 1998: die vollständige Verhüllung der Leverkusener Bayer AG. Beachtliche 23.000 Quadratmeter PVC-Netz wurden dafür verwendet.

Werbung für die Kunst
Etwas bescheidener waren sieben Künstler der Europäischen Kunstakademie in Trier. Sie kamen mit je drei mal fünf Metern Gestaltungsfläche für ihre Werke aus. Auch hier diente PVC als Untergrund für die Bilder. Sie zeigten romantische Motive, die unter dem Titel “Im Licht der Romantik – Werbung für die Kunst” ausgestellt wurden. Die Kunstakademie beteiligte sich damit am Kultursommer Rheinland-Pfalz, der im vergangenen Jahr unter dem Motto “Reise in die Romantik” stand. Rund 250 Projekte aus Literatur, Kunst, Musik, Tanz, Theater und Film brachten den Menschen die Epoche der Romantik näher, auch über die Landesgrenzen hinaus. Unterstützt wurden die Trierer von der PVCplus Kommunikations GmbH: “Wir fanden die Werke der jungen Künstler spannend. Sie zeigen, wie vielseitig Kunststoff ist”, erzählt Werner Preusker, Sprecher von PVCplus.

Info:
www.makom.de
www.eka-trier.de

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